Story

Bettina Klinger, Internatsmentorin

„Das eigene Erleben kann selbst der beste Lehrer nicht ersetzen.“

Bettina Klinger, Internatsmentorin

Ich schätze es sehr, dass man nicht nur als Schüler, sondern auch als Lehrer viele Möglichkeiten und auch Freiheiten hat: Zum einen, um sich selber weiterzuentwickeln, zum anderen, um seinen eigenen Talenten, Interessen und besonderen Begabungen nachzugehen und diese gewinnbringend im Unterricht oder auch darüber hinaus einzusetzen. Man wird als Mensch mit all seinen Facetten geschätzt. Ich habe es selten so erlebt, dass Individualität nicht nur toleriert, sondern die Potentiale und sich ggf. daraus ergebende Synergieeffekte aktiv genutzt werden, um den Schülern vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. 

Mentoring bedeutet für mich, dass ich in dieser Rolle weder die Lehrerin, noch ein Elternersatz oder gar die beste Freundin bin. Mentor sein ist etwas ganz Einzigartiges, was ich persönlich sehr erfüllend finde. Als Mentor an Afra ist man eine Art Begleiter in einer sensiblen, aber auch spannenden Lebensphase. Man hört zu, gibt Orientierung, zeigt neue Perspektiven auf, regt an – muss aber auch mal unpopuläre Entscheidungen treffen. Hier geht es nicht nur um Unterrichtsinhalte, sondern eben auch um Strategien, um mit den verschiedensten Situationen umzugehen. Da fließt vor allem die Lebenserfahrung mit ein. Meist hat man viel Spaß miteinander, es gibt aber auch herausfordernde Phasen, aus denen im Idealfall beide gestärkt heraus gehen. Ich freue mich nämlich auch immer, etwas Neues von den Schülern zu lernen oder anhand von bestimmten Situationen mein eigenes (professionelles) Handeln zu reflektieren und weiter zu verbessern.  

Ich liebe die Projektwochenfahrt und, als Fremdsprachenlehrerin, die Sprach- und Studienfahrten. Es macht richtig viel Spaß, mit den Afranern gemeinsam in die Welt außerhalb der Schule aufzubrechen. Selbst an Orten, wo man als Lehrer schon häufiger war, kann man jedes Mal etwas Neues entdecken. Außerschulische Lernorte sind ein integraler Bestandteil einer vollumfänglichen Bildung und wenn ich erlebe, wie die Schüler etwas mitnehmen, was ich ihnen so im Unterricht nur schwer hätte beibringen können – das eigene Erleben kann selbst der beste Lehrer nicht ersetzen –  dann weiß ich, dass der Planungsaufwand sich gelohnt hat.